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Andreas Müller

Andreas Müller (*7. Februar 1950) ist Inhaber und Mitinhaber verschiedener Bildungsinstitutionen in der Schweiz. Seine praktische Erfahrung kombiniert er mit moderner wissenschaftlicher Forschung. Die entsprechenden Publikationen, die Vortrags und Referenten- und Beratungstätigkeit machen ihn zu einem einflussreichen Exponenten einer neuen Lernkultur (1).

Andreas Müller hat nach einigen Jahren der Lehrtätigkeit an einer Handelsschule und einem Studiengang in angewandter Psychologie (Berufsberatung) eine journalistische Laufbahn eingeschlagen. Dann zog es ihn wieder zurück in den Bildungsbereich. Er erwarb das Institut Beatenberg und baute es zusammen mit seinem Team zu einer der innovativsten Modellschulen auf. Aber auch an vielen öffentlichen Schulen quer durch Europa finden das Modell Beatenberg (2) oder Ansätze davon Verbreitung. Eine spezielle Rolle spielen in den Konzepten von Andreas Müller stets auch die Werkzeuge und Instrumente, beispielsweise die Arbeit mit Kompetenzrastern. (3).

Andreas Müller gilt als Schrittmacher für ein neues professionelles Verständnis in schulischen Kontexten. Er hat damit dem Begriff LernCoaching (3) zu einem mittlerweile weit verbreiteten Selbstverständnis verholfen. Müller ist Mitbegründer und Präsident der Learning Factory in Zug (www.learningfactory.ch).


Generierendes Lernen

(1) Ausgangspunkt ist die Förderung der Selbstwirksamkeit. Die Bereitschaft, den manchmal beschwerlichen Weg des Lernens auf sich zu nehmen, steht und fällt mit dem Glauben ans Gelingen. Das heisst: Eine Erhöhung der Selbstwirksamkeit korrespondiert mit grösserer Lern- und Leistungsfreude. Und das heisst weiter: Die Schule muss ein Ort sein, den die Lernenden als erfolgreich wahrnehmen. Denn zum Erfolg gibt es keine Alternative. Operationalisiert ist diese Philosophie im Modell des Generierenden Lernens. Es gliedert sich in drei integral miteinander verbundene und ineinander verwobene Komponenten: Antizipation – Partizipation – Reflexion.

  • Klassisches Schülerverhalten ist in den Grundzügen ein reaktives, ein adaptives Verhalten. Generierendes Lernen setzt deshalb einen klaren Akzent im Bereich des proaktiven Denkens und Handelns. Denn Antizipation heisst: Vorausschauen, sich einstimmen, gedanklich hinter die nächste Kurve schauen.
  • Partizipation meint: teilhaben, aktiver und mitgestaltender Teil dessen zu sein, was passiert. Es geht um das Gefühl, etwas Wichtiges zu tun, etwas von Relevanz. Es geht um ein Beteiligt-Sein an der Arbeit (Verantwortung für die inhaltliche und formale Gestaltung) ebenso wie um ein Beteiligt-Sein bei der Arbeit (innere Präsenz).
  • Reflexion zielt darauf ab, aus der Logik des Gelingens die Strategien für die Zukunft abzuleiten. Die Erfolgsstrategien notabene. Denn: Die Summe der Erfolgserfahrungen bildet eine sprudelnde Quelle der Zuversicht und der Motivation. Und das stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.



Modell Beatenberg

(2) Das Ziel ist klar: Lernende sollen fit sein und fit bleiben für ihr Leben. Sie sollen sich den Herausforderungen gewachsen fühlen. Sie sollen selbstwirksam werden, an sich und ihre Fähigkeiten glauben lernen. Oder eben: fit for life. Anschlussfähigkeit ist ein anderer Begriff dafür. Gemeint ist das wechselwirksame Zusammenspiel von Wissen, Können und Wollen.

  • Knowledge steht für Wissen. Für ein lebendiges und anwendungsbezogenes Wissen, ein Wissen, das handlungsfähig macht. Und ein Wissen, das Antwort gibt auf die Frage: Was hat das mit mir zu tun?
  • Skills ist ein Sammelbegriff für die Faktoren des Könnens, des Geschicks, der Fertigkeiten. Es geht um das „Gewusst-wie“, um die Fähigkeiten und Strategien zum Problemlösen und zum kontinuierlichen Weiterlernen.
  • Unter attitude ist all das zu verstehen, was sich an Haltungen und Einstellungen manifestiert: ein bisschen mehr zu tun als nur das Nötigste beispielsweise. Das zeigt sich auch in den Beziehungen zu sich, zu anderen Menschen und zu den Dingen. Sich nützlich machen ist eine Form davon.

Das Institut Beatenberg hat Lernumgebungen gestaltet, die in integraler Weise individuelle Förderung und gemeinschaftliches Lenen verbinden. In alters- und leistungsdurchmischten Lernteams arbeiten die Lernenden einzeln und/oder in Gruppen an individuellen Vorhaben und persönlich relevanten Zielen. Intensivtrainings (leistungshomogene Kleingruppen) bieten die Möglichkeit eines systematischen Aufbaus fachlicher Kompetenzen, insbesondere in sprachlichen und mathematischen Bereichen. Aktiv werden jene täglichen Arrangements genannt, die den sportlichen, kreativen und handwerklichen Interessen Rechnung tragen. Und Arounds setzen regelmässig spezielle inhaltliche und methodische Akzente besonders in naturwissenschaftichen Gebieten.



Moderne Werkzeuge

Hilfreich sind Methoden und Werkzeuge, die Sinn stiftend und verbindlich zum Tun führen. Denn erst und ausschliesslich im Tun manifestiert sich der Erfolg.

Alle Lernenden sind beispielsweise vertraut mit den Inhalten sämtlicher Fachgebiete quer durch alle Altersstufen hindurch. Die entsprechende Kommunikationsplattform wird Kompetenzraster genannt. Kompetenzraster definieren die Kriterien (was?) und die Qualitätsstufen (wie gut?) in präzisen „Ich-kann“-Formulierungen. Seit PISA ruft alle Welt nach klaren und transparenten Standards. Voilà! Zu diesen Referenzwerten bringen die Lernenden ihre Leistungen in Beziehung und setzen farbige Punkte in die entsprechenden Felder der Kompetenzraster. Auf diese Weise entwickelt sich für jedes Fach ein individuelles Kompetenzprofil. Die Lernenden sehen immer, wo sie stehen. Sie können ihre Situation anschaulich vergleichen mit den Anforderungen weiterführender Ausbildungen. Und sie können ihr Programm entsprechend bedürfnisgerecht gestalten. Der Ausgangspunkt der Entwicklung liegt immer beim „Ich-kann“. Auf den Kompetenzrastern werden diese archimedischen Punkte des Lernprozesses sichtbar gemacht.

KompetenzrasterAuf dieser Grundlage setzen sich die Lernenden eigene Ziele. Es geht darum, dem Lernen eine Richtung zu geben, es gestaltbar zu machen. Dazu dienen ihnen die Smarties. Sie sind so formuliert, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Lernnachweisen – und damit zu Erfolgserlebnissen – führen.

Das Layout, ein integrales Selbstführungs- und Reflexionsinstrument, hilft den Lernenden, sich den Erfolg zu organisieren. Lösungs- und entwicklungsorientierte Fragestellungen leiten zum Ziel und initiieren das Tun. Selbstevaluation und –reflexion führen täglich zur persönlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernen. Die wöchentliche Erfolgsbilanz versteht sich als intern attribuierte Selbstbestätigung: Ich kann etwas!

Eine repräsentative Auswahl von Arbeiten und anderen Leistungsausweisen findet sich im Lernportfolio. Die Lernenden dokumentieren – und kommentieren – damit ihre schulische und persönliche Entwicklung anhand authentischer Belege. Diese direkte Leistungsvorlage vermittelt einen vertieften Einblick in die Arbeit der Lernenden und ermöglicht eine differenzierte Beurteilung der Lernergebnisse.

LernCoaching

Das Ziel von LernCoaches ist der Erfolg der Lernenden. Und dieser Erfolg – die Anschlussfähigkeit an relevante Lebenssituationen – hat kaum etwas mit Schulnoten und Schulfächern zu tun. Ein Teil der Arbeit von LernCoaches besteht mithin darin, die Schule so umzugestalten, dass ein LernCoaching überhaupt erst möglich und sinnvoll ist.

  • Sie gestalten die Lernumgebungen so, dass erfolgreiches Lernen überhaupt erst möglich ist. Sie sind Gestalter von Ermöglichungs-Strukturen.
  • Sie organisieren Arrangements, in denen Vielfalt als Ressource genutzt wird. Sie unterstützen das individuelle Kompetenzmanagement der Lernenden zielführend.
  • Sie interagieren mit den Lernenden – einzeln oder in Gruppen – lösungs- und entwicklungsorientiert. Sie sagen nicht, sie fragen.
  • Sie initiieren und begleiten die Prozesse des Sich-Auseinandersetzens. Sie fördern damit eine eigentliche Lust am Verstehen.
  • Sie bieten Möglichkeiten, damit die Lernenden Werkzeuge und Methoden erproben und ihr Strategie-Repertoire erweitern können.
  • Sie schaffen Transparenz, damit Lernende sich an klaren Referenzwerten orientieren können. Das ist Grundlage einer konstruktiven Feedback-Kultur.


Quellen, Ressourcen, LInks


BÜCHER / ARBEITSMATERIALIEN (AUSZUG)

Nachhaltiges Lernen. Oder: Was Schule mit Abnehmen zu tun hat. pepp-Medien. Beatenberg. 1999

Lernen steckt an. hep-Verlag. Bern. 2001

Wenn nicht ich, ...? Und weitere unbequeme Fragen zum Lernen in Schule und Beruf. hep-Verlag. Bern. 2002

Erfolg! Was sonst? Generierendes Lernen macht anschlussfähig. Oder: Bausteine für LernCoaching und eine neue Lernkultur. hep-Verlag. Bern. 2004

Lernen – und wie?! Gebrauchsanweisungen für den Lernerfolg. Memocards mit vielen Tipps, praktischen Anregungen und Erklärungen. hep-Verlag. Bern. 2004

Eigentlich wäre lernen geil. Wie Schule auch sein kann: alles ausser gewöhnlich. hep-Verlag. Bern. 2005

Lernerfolg ist lernbar. 22x33 handfeste Möglichkeiten, Freude am Verstehen zu kriegen. hep-Verlag. Bern. 2007


Links
www.institut-beatenberg.ch
www.znl-ulm.de


Carina Renold-Fuchs

Dr. Carina Renold-Fuchs engagiert sich für eine Schule, die von den Lernenden als erfolgreich und Sinn stiftend erlebt wird. Sie hat ihre langjährige Berufserfahrung kombiniert mit wissenschaftlichen und praktischen Forschungsarbeiten. Themenschwerpunkte: Selbstwirksamkeit, LernCoaching und neue Lernkultur


Kurzbeschrieb

Carina Fuchs studierte Erziehungswissenschaften, Pädagogik, Psychologie, Germanistik und Sport an den Universitäten Hamburg und Zürich und an der ETH Zürich. Sie engagiert sich für eine Schule, die von den Lernenden als erfolgreich und sinnstiftend erlebt wird. Langjährige Berufserfahrung als Lehrerin, Schulleiterin und Schulentwicklerin an innovativen öffentlichen und privaten Schulen sowie an der Pädagogischen Hochschule Luzern/Schweiz. Kombiniert ihre Erfahrung mit wissenschaftlichen und praktischen Forschungsarbeiten. Themenschwerpunkte: Selbstwirksamkeit, Lern-Coaching und Neue Lernkultur

Lebenslauf

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